Nach Absolvierung der Zwischenprüfung habe ich nun auch mit dem Praktikum begonnen. Fazit der ersten beiden Nachtdienste: Ich bin nicht mehr so jung wie ich früher war - vor 10 Jahren bin ich noch voller Elan und Tatendrang aus dem Bett gesprungen, wenn ich den Pager gehört habe. Dem ist nun nicht mehr ganz so - 6x in der Nacht ausfahren schlaucht mich nun natürlich mehr als damals mit mehr oder weniger knusprigen 20 Jahren. Trotzdem sind die Nachtdienste nach wie vor interessant - das hat sich nicht geändert. Obwohl für mich manche Dinge nach so langer Zeit wieder sehr ungewohnt sind wie z.B. das Reden mit den Patienten oder die mittlerweile tlw. umgebauten Spitäler - nichts ist mehr dort wo es mal war. Ich denke jedoch dass ich diesbezüglich einfach eine Eingewohnungszeit brauche. Weiters muss ich im Rahmen des Praktikums nun auch noch einen Ambulanzdienst und einen GSD-Dienst machen - leider habe ich dies bei der Anmeldung zum Kurs nicht gewußt (hätte zwar ohnehin nichts an meiner Entscheidung geändert) - wäre für mich gut gewesen dies zwecks Planung zu wissen. Zuerst wusste ich dass das Praktikum mit 160 Std. zu machen ist, dann habe ich von dem notwendigen GSD-Dienst gehört und dann vor kurzer Zeit vom notwendigen Ambulanzdienst. Irgendwie habe ich das Gefühl gehabt, dass sich das Praktikum in ein schwer bewältigbares Ausmaß aufbläht - schließlich mache ich dies zusätzliche zu meinem Hauptberuf. Sehr familienfreundlich ist die Zeit zwischen Beendigung des Kurses und der komm. Prüfung nun wirklich nicht. Schlimmstenfalls muss ich die Prüfung einfach etwas verschieben - trotz der interessanten Tätigkeit hat meine Familie nach wie vor Vorrang.

Update 05.10.06:
Mittlerweile habe ich den fünften Dienst hinter mir und im großen und ganze läuft alles halbwegs zu meiner Zufriedenheit. Das einzige Problem das ich im Moment habe sind die wenigen nächtlichen Ausfahrten (3 von 5 Nächten mit nur 2 Ausfahrten). Von Notfällen will ich mal gar nicht reden. So eine Flaute an Fahrten habe ich ja selbst in meiner früheren aktiven Zeit selten erlebt. Andererseits bin ich natürlich auch in gewisser Weise froh etwas Schlaf zu bekommen, da ich ja am nächsten Tag immer arbeiten muss. Langsam stelle ich auch fest, dass einige Sachen die ich vergessen glaubte nun wieder zur Routine werden (z.B. Fahrzeugcheck, Handling der Trage und noch ein paar andere Arbeiten). Also ist doch nicht alles im Nirvana meiner Gehirnwindungen unwiederbringlich verloren gegangen.

Update 05.11.06:
Nun habe ich bald mein gesamtes Praktikum absolviert. Noch immer fehlen mir ein paar für's Praktikum notwendige Notfälle. Die Feuertaufe habe ich letzten Donnerstag um 5:15 Uhr bekommen. Wir sind zu einer Massenkarambolage auf einer Brück mit 23 beteiligten Autos gefahren. Dort herrschte zum Zeitpunkt des Eintreffens noch ziemliches Chaos, das jedoch bald in halbwegs koordiniertes Arbeiten überging. Ausser einen großen Haufen von Totalschäden ist eigentlich das ganze relativ glimpflich verlaufen - auf jeden Fall gab es keine Todesopfer zu beklagen. Verletzt wurden jedoch leider relativ viele Personen.

Update 01.12.06
Nun habe ich endlich meine zu absolvierenden Praktikumsstunden erreicht (mindestens 160 Stunde). Seit 29.11.06 habe ich nun meine 167 Stunden erreicht. Auch die jeweils 2 im Praktikum notwendigen traumatologischen und internistischen Notfälle habe ich geschafft (was ich schon fast nicht mehr glauben wollte). Wie geht es nun weiter: Zuerst muss ich meine Freistellung absolvieren (notwendig zur Zulassung zur komm. Prüfung). Die Freistellung ist für morgen 02.12.06 geplant. In diesem Freistellung-
dienst wird dem Praktikanten genau auf die Finger geschaut. Notwendig sind 4 Primärtransporte (also Einsätze). Werden mehr Primärtransporte durchgeführt, dann werden die besten 4 davon beurteilt. Na ja mal sehen wie das morgen wird. Ich hoffe die Freistellung läuft ohne Probleme. Dann steht einem Antritt zur Prüfung am 16. Dezember 06 eigentlich nichts mehr im Weg. Schön langsam bin ich echt froh wenn die ganze Ausbildung beendet ist, denn neben dem Normalberuf ist das eine ganz schön anstrengende Angelegenheit.

Update 03.12.06
Gestern hatte ich die Freistellung. Gott sei Dank habe ich auch diese geschafft. Der Ablauf ist so, dass der SEW mit dem freizustellenden Praktikanten nicht im normalen Dienstrad mitfährt, sondern vorrangig Einsätze bekommt. Bei mir war die Angelegenheit um 15 Uhr erledigt und wir konnten wieder im normalen Dienstbetrieb weiterfahren. Da war der eine oder andere Krankenstransport durchaus willkommen - nach 8 Stunden mehr oder weniger intensiven Primärtransporten. Somit ist jetzt mal die große Anstrengung mit den vielen Diensten vorbei. Heute hätte unsere Grüppe Tag- und Nachtdienst - das werde ich mir nach dem gestrigen Tagdienst ersparen.