RK Ausbildungsblog

26.06.06 - Informationsabend
Heute Abend fand der Infoabend zur Ausbildung zum Rettungssanitäter statt. 5 Wochen (ca. 180 Ausbildungsstunden) von jeweils Mo-Fr (ganztägig) wird diese Ausbildung dauern. Beginn des Lehrganges ist am 17. Juli 2006. Am Ende des Lehrganges sit eine Zwischenprüfung geplant. Die kommissionelle Prüfung wird am 16.12.06 stattfinden. Bis dahin muss (wenn man diesen Termin wahrnehmen möchte) auch das Praktikum von 160 Std., der GSD-Dienst und ein Ambulanzdienst absolviert sein. Folgende Formalitäten sind für die Ausbildung zu erledigen:

- Geburtsurkunde
- Strafregisterauszug (nicht älter als 3 Monate)
- Nachweis der absolvierten Schulpflicht
- Handgeschriebener Lebenslauf
- Ansuchen um Aufnahme zur Ausbildung
- 3 Passfotos
- Anerkenntniserkärung (falls man innerhalb 3 Jahren bei der Konkurrenz arbeitet, darf man den Kurs zurückzahlen)
- Nachweis über ärztl. Untersuchung
- Kleidergröße
- Impfstoff (Hepatitis B-Impfstoff wird zur Verfügung gestellt)

Die Kosten für den Kurs belaufen sich auf ca. € 100,00, wobei nach 1 Jahr ehrenamtl. Mitarbeit € 70,00 refundiert werden. Das kommt jedoch auf die Dienststelle an. Den Altersschnitt habe ich beim Infoabend mit meinen 34 Jahren wieder ordentlich nach oben gepusht. Ich glaube ich war der Zweitälteste.

Anmerkung: Natürlich ist es mir nicht möglich, den durchgemachten Lernstoff im Detail hier wiederzugeben (was mir auch zeitlich nicht möglich ist). Hier möchte ich Euch nur eine grobe Übersicht der behandelten Themen geben.

29.06.06
Die Formalitäten habe ich nun weitestgehend erledigt. Nun stelle sich mir noch eine andere Frage: Da ich ja bereits 5 Jahre als Sani tätig war, wäre es natürlich interessant ob nicht ein Teil dieser Zeit für's Praktikum angerechnet werden kann. Diese Frage muss ich mit dem Lehrgangsleiter noch abklären. 160 Stunden in 5 Monaten zu absolvieren ist für mich als voll berufstätigen Mensch mit Familie nur ziemlich schwer möglich. Na ja mal sehen was sich diesbezüglich ergibt.

16.07.06
Morgen um 19 Uhr ist die Startveranstaltung für den Rettungssanitäter-Lehrgang. Leider quält mich im Moment noch eine hartnäckige Verkühlung die ich mir bei der Klimaanlage eingefangen habe. Ich kann nur hoffen, dass die Halsschmerzen bis spätestens Dienstag abklingen, sonst wird die Angelegenheit mühsam. Na ja dann werde ich mal Tee machen und inhalieren gehen. Werde dann morgen von der Veranstaltung berichten!

17.07.06
Durch Antibiotika war ich nun doch einigermassen fit beim Eröffnungsabend, der jedoch noch keine großen Anstrengungen abverlangte. Im wesentlichen wurden nur nochmals der formale Ablauf erklärt und die Vortragenden kurz mal vorgestellt. Der Bezirksgeschäftsleiter/Bezirksrettungskommandant, Bezirkslehrsanitäter, zwei weitere vortragende Sanitäter und eine für die Abwicklung der Fortbildungen zuständige Kollegin stelllten sich kurz vor. Dann kamen die üblichen Kennenlernspielchen die ich aus dem psychosozialen Bereich schon mehr als genug kenne - besser kennengelernt habe ich meine Mitstreiter dadurch jedoch leider nicht. Zum Schluß wurden auch die Kursmappen ausgeteilt - die nun wesentlich besser gestaltet sind. Und das war's auch schon vom ersten Abend.

18.07.06 - Erste Hilfe
Heute würde ich sagen, war der eigentliche Start des Lehrganges. Bis auf die ersten 10 Minuten in denen wieder formale Angelegenheiten erörtert und durchgeführt wurden, wurde eigentlich durchgehend Stoff gemacht. Auch ein kurzer Praxisteil mit Helmabnahme in Ein- und Zweihelfermethode, Wegziehen des Patienten aus einem imaginären Gefahrenbereich und Bergung aus dem Auto mittels Rautekgriff war dabei. Die meiste Zeit ist es jedoch um Begriffsbestimmungen wie Bewusstlosigkeit, regungslos, Atem- und Kreislaufstillstand gegangen. Rettungskette, ev. vorhandene Gefahrenzonen bei einem Einsatz, div. Regeln wie GAS- und BAK-Regel, Bewusstseinskontrolle, Atemkontrolle und stabile Seitenlagerung wurden an diesem Tag ebenfalls zum Thema gemacht. Besonders das Üben der Helmabnahme war interessant, da ich hier immer Unsicherheiten hatte. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Nun lernt man auch langsam die anderen KollegInnen kennen. Am Altersschnitt hat sich wenig geändert - ich bin nach wie vor mit ungefähr 90%iger Sicherheit der Zweitälteste. Die meisten der KollegInnen würde ich sagen sind SchülerInnen, na ja wer kann auch sonst einen fünfwöchigen Kurs in den Ferien machen. Soweit mein kurzer Lagebericht von heute.

19.07.06 - Erste Hilfe
Heute ist es wiederrum um das Thema Erste Hilfe gegangen. Wiederholungen vom Vortag waren das Frühprogramm. Der Kurs wurde von einem Sani gehalten der Medizin studiert. Weitere Themen:
- Notfallcheck
- Reanimation
- Druckverband
- Laiendefi
- Brüche, Blutungen, Verbrennungen, Vergiftungen
- Schock
- Verwendung des Dreiecktuches

20.07.06 - Kindernotfallkurs / Berufsspezifische rechtl. Grundlagen
Heute ging es am Vormittag um Kindernotfälle und im speziellen um die Reanimation von Säuglingen/Kleinkindern und Kindern. Wieder mal eine interessante und wichtige Auffrischung, da mein Wissen darüber bereits sehr vermodert ist. Außerdem sind diese Notfälle ja immer mit einem unangenehmen Gefühl in der Magengrube verbunden. Die rechtlichen Grundlagen am Nachmittag werden meistens unterschätzt und sind meiner Meinung nach ebenfalls sehr wichtig. Wie gehe ich um beim Unterbringungsgesetz, wie sieht es aus mit der Verschwiegenheitspflicht (in welchen Ausnahmefällen kann/muss ich Auskunft geben) und viele weitere interessante rechtliche Aspekte.

21.07.06 - Rettungswesen / Schnittstellen d. Einsatzorganisationen
In diesem Teil ging es um den Aufbau des Rettungswesens. Unterschiede RTW/KTW/NAH/NAW/NEF wurden erklärt und auch deren Aufgaben erörtert. Weiters hörten wir von einem Feuerwehrmann aus dessen Sicht die Zusammenarbeit mit dem Rettunsgdienst. Welche Aufgaben haben z.B. die Feuerwehr bzw. Rettungsdienst und/oder Polizei bei einem Verkehrsunfall. Diese Zusammenarbeit wurde auch anhand mehrere Fallbeispiele besprochen. Auch von einem Polizeibeamten wurden uns die Zusammenarbeit bzw. das Aufgabenfeld geschildert.

24.07.06 - Erweiterte Erste Hilfe Gefahrenlehre I und II - Exkursion
Vormittags wurde anhand von Fallbeispielen mit Bildern und Videos die Gefahrenzonen besprochen. Von der Benzinpfütze bis zur brennenden Feuerwerksfabrik. Wo laueren im Einsatz diese vielfältigen Gefahren. Am Nachmittag stand eine Exkursion zur Werksfeuerwehr der Chemie Linz am Programm. Dort übten wir das Löschen von Bränden mit verschiedenen Löschmitteln. Bei 32 Grad Celsius im Schatten und strahlendem Sonnenschein nicht gerade angenehm. Der 2. Teil am Nachmittag bestand aus praktischen Verhaltentrainings mit dem Polizeibeamten. Was ist in verschiedenen brenzligen (und jetzt nicht auf Feuer bezogen) zu beachten. Was ist beim Betreten eines Raumes zu berücksichtigen wie z.B. nicht gleich sofort auf den Patienten zu stürzen, sondern sich auch das Umfeld für ein paar Sekunden anzusehen.

25.07.06 - Gerätelehre u. Sanitätstechnik I / Strahlenschutz
Thema des Vormittages waren unter anderem die Bedienung der Trage und des Tragsessels. Weiters wurde das Anpassen/Anlegung der HWS-Schiene Stifneck sowie die Bergung und Lagerung mittels Schaufeltrage und Vakuummatratze geübt. Den Nachmittag verbrachten wir dann zum Thema Strahlenschutz - in Physik war ich leider noch nie die große Leuchte.

26.07.06 - Gerätelehre und Sanitätstechnik II + III
Folgende Geräte wurden durchgenommen und in sämtliche Einzelteile zerlegt und dann wieder zusammengebaut: Beatmungsbeutel Ambu® Mark III, Babybeatmungsbeutel, Weinmann Accuvac® Rescue el. Absaugeinheit, Ambu Twin®, Ambu® Suction Booster. Weiters wurde die palpatorische und auskultatorische Blutdruckmessung erklärt und geübt. Auch wurden die Grundlagen des Umganges (div. Vorsichtsmassnahmen) und der Verabreichung von Sauerstoff erklärt. Berechnung des Gasvorrates und Abgabedauer durften auch da natürlich nicht fehlen. Am Nachmittag haben wir uns Richtlinien für die Zusammenarbeit der SEW(Sanitätseinsatzwagen)-Teams mit dem NEF(Notarzteinsatzfahrzeug)-Teams zu Gemüte geführt. Fazit: nicht blöd fragen und/oder herumstehen, das tun was angeschafft wird, etc.....

27.07.06 - Gerätelehre und Sanitätstechnik IV + V
Vormittags war das Thema notärztliche Assistenz:
- Vorbereitung und Assistenz bei der Venepunktion
- Vorbereitung und Assistenz Infusion/Injektion
- Vorbereitung und Assistenz Intubation
- Geburtsausrüstung
- Umgang mit Transportinkubatoren
Nachmittags wurde in Übungsstraßen folgendes geübt:
- Zerlegen und zusammenbauen von Ambu® und Ambu® Baby
- Zerlegen, zusammenbauen und testen von Weinmann Accuvac® Rescue
- Druckverband
- Bergung und Lagerung mittels Schaufeltrage und Vakuummatratze
- Helmabnahme
- Blutdruckmessung
- Umgang mit Sauerstoffflaschen und Druckminderer
- Verschiedene Verbandstechniken
- HWS-Schienung mit Stifneck

28.07.06 - Hygiene / Gerätelehre u. Sanitätstechnik VI - Exkursion
Am Vormittag haben wir uns dem großen Thema Hygiene gewidmet und ich muss zugeben, dass das Thema entgegen meiner Befürchtungen eigentlich sehr interessant aufbereitet war. Am Nachmittag machten wir eine Exkursion zum NEF1 und zur Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr. Die Exkursionen wären ja an und für sich sehr interessant gewesen, wenn da nicht ein ganz besonders unangenehmer Zeitgenosse unter den Vortragenden gewesen wäre, der durch Arroganz und unqualifizierte Äusserungen glänzte. Immer wieder sagte er zur Kursgruppe beim Anschauen des Feuerwehrfuhrparkes: "Greift's ja nichts an und Finger weg." Da kann ich nur sagen: Lieber Kollege wir sind erwachsene Menschen und ich kann für mein Handeln durchaus Verantwortung übernehmen und brauche keinen der mir wie ein Oberlehrer sagt was ich zu tun und zu lassen habe.

31.07.06 - Anatomie Physiologie und Pathophysiologie
Wieder wurde dieser Vortrag von einem Medizinstudenten gehalten - der mir von seiner Art vorzutragen auf Anhieb sympathisch war. Ich hatte das Gefühl hier einen kompetenten Vortragenden vor mir zu haben - der aber auch viel abverlangt. Themen waren hier Anatomie, Atemmechanik, div. Lungenparameter, Blutkreislauf, Funktion des Herzens, div. Herzerkrankungen wie MCI, Arteriosklerose, Schockbekämpfung (mit div. Schockarten wie septischer Schock, anaphylaktischer Schock etc.) und Monitoring des Patienten, Lunge und Lungenerkrankungen und viele Fallbeispiele.

01.08.06 - Anatomie Physiologie und Pathophysiologie
Heute behandelten wir das Skelett mit div. Gelenksarten und die inneren Organe im Bauchraum inkl. deren Aufgaben bzw. Erkrankungen. Weiters war ein großer Themenbereich das Gehirn mit div. neurologischen Notfällen wie Insult und Schädel-Hirn-Trauma. Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit dem Blutzuckerhaushalt und den Diabetestypen (inkl. Hypoglykämie und Hyperglykämie. Alles in allem kann ich sagen, dass die beiden letzten Tage interessant und lehrreich waren.

02.-04.08.06 - Störungen der Lebensfunktionen und Regelkreise, Maßnahmen
In diesen 3 Tagen haben wir ziemliche viele Themen wiederholt und auch nochmals im Detail durchgemacht. Unter anderem neurologische (TIA, PRIND, Infarkt), pulmonale (Asthma bronchiale, Lungenödem und -embolie, Pneumonie) und kardiale (Herzrhythmusstörungen, Links- und Rechtsherzschwäche, Hochdruckkrise) Notfälle. Weiters wurde die Epilepsie, Hyperventilationssyndrom, Diabetes Hypo- und Hyperglykämie, Venenthrombose und arterielle Embolie durchgemacht. Störungen der Lebensfunktionen und die Kontrolle der Lebensfunktionen wurden detailliert durchgenommen und auch geübt. Bis zum Umfallen wurde der Notfallcheck, Reanimation, Beatmung, und defibrillation mit halbautomatischen Geräten geübt. Besonderes Augenmerk wurde auch auf das Gerätemanagment und die Aufgabenaufteilung der Sanitäter gelegt. Auch der Schock 'begleitete' uns wieder mit Schockbekämpfung und Lagerungsarten. Druckverband und Abbindung (und was dabei zu beachten ist) wurde ebenfalls geübt. Eine Einteilung der Bewusstseinstörung nach der Glasgow-Coma-Scale und die Beurteilung des Schweregrades einer Verletzung/Erkrankung nach dem NACA-Schema wurde besprochen.

05.08.06 - Patient und Wir
Vormittags wurde das MDS(Mobilität-Durchblutung-Sensibilität)-Schema kurz angesprochen. Die 3 Schritte von Ahnefeld waren mir bis dato gänzliche unbekannt. Hier geht es darum vom Erkennen (Analyse der Situation zu einer Verdachtsdiagnose und in weiterer Folge zu den Gefahren für den Patienten und zu Maßnahmen gegen diese Gefahren zu kommen. Eine kompetente und versierte Diplomgesundheits- und Krankenschwester zeigte uns rückenschonende Transfermöglichkeiten eines Patienten. Das Auftreten und die Kommunikation mit beeinträchtigten Personen wurde mit Rollenspielen geübt. Patientenbeobachtung (z.B. der Atmung mit div. pathologischen Atemformen, Puls, Blutdruck, Ausscheidungen) waren ein weiters wichtiges Thema. Auch wurde über die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen diskutiert. Am Nachmittag war ein weiters sehr interessantes Thema die genaue Untersuchung des Patienten.

07.08.06 - Spezielle Notfälle - Maßnahmen
Große Themenbereiche waren wieder mal das Schädel-Hirn-Trauma, Wirbelsäulentrauma inkl. den dazugehörigen Maßnahmen. Weiters sind wir den traumatologischen Notfallcheck durchgegangen. Div. Verletzungen der Gliedmaßen von der Quetschung, Verstauchung, Verrenkung und natürlich aller Arten und Unarten von Brüchen (sowohl geschlossene als auch offene). Am Nachmittag haben wir uns mit Thoraxtrauma, Polytrauma, Bauchtrauma und Unfallmechanik beschäftigt. Zum Abschluß wurden die verschiedenen Schienungsmöglichkeiten mit z.B. Vakuumschiene, Luftpolsterschiene, Samsplint® gezeigt und erklärt

08.08.06 - Spezielle Notfälle - Maßnahmen
Heute Vormittag ging es um alle möglichen Arten von Wunden wie chemische Wunden (Augen-, Haut- und Schleimhautverätzung), thermischen Wunden (Verbrennung, Hitzeschäden, Erfrierung, Unterkühlung) und aller Arten mechanischer Wunden (Quetschungen, Schussverletzung, Platzwunden uvm.). Auch die möglich Verbandarten wie z.B. Alutex® bei Verbrennungen wurden erörtert und die Vor- und Nachteile besprochen. Ein anderer Teil des Vormittags waren akut auftretende Blutungen wie Nasenbluten (Epistaxis), Bluthusten (Hämoptyse), Bluterbrechen (Hämatemesis) und Blutungen im Stuhl bzw. Harn. An Nachmittag bekamen wir kurz Informationen zu den Gesundheits- und Sozialdiensten des Roten Kreuz (Rufhilfe, Essen-auf-Rädern etc.). Dann wurde eine intensive Übungssequenz begonnen bei der immer 2er-Teams die Besatzung eines SEW's spielten und die genaue Übungssituation diesen beiden Personen unbekannt war. Da war die Hölle los kann ich nur sagen. Von der Übungsannahme her konnten die Vortragenden ihrer Phantasie freien Lauf lassen - was sie auch getan haben (ächz).

09.08.06 - Spezielle Notfälle - Maßnahmen
Zu Beginn dieses Tages haben wir uns mit Tauchunfällen beschäftigt und in welchen Phasen eines Tauchganges diese vorkommen können. Im speziellen haben wir uns mit der Dekompressionskrankheit und der Lungenüberdehnung beschäftigt. Ein weiteres Thema an diesem Vormittag war der Ertrinkungsunfall. Am Nachmittag haben wir uns mit Störungen der Lebensfunktionen bei Säuglingen und Kindern beschäftigt:
- Verschlucken von Fremdkörpern
- Krampfanfälle
- Pseudokrupp
- Epiglottitis
- Keuchhusten
- SIDS
Gegen Ende des Tages durfte natürlich die Übungsphase nicht fehlen. Diesmal wurde der Notfallcheck und die Kinder- und Säuglingsreanimation geübt.

10.08.06 - Spezielle Notfälle - Maßnahmen
Dieser Tag war zur Gänze den Themen Schwangerschaft, Schwangerschaftskomplikationen und den gynäkologischen Notfällen gewidmet. Die beiden Vortragenden haben das Thema meiner Meinung nach höchst interessant aufbereitet - mir war wirklich keine Sekunde fad. Eileiterschwangerschaft, Bauchraumschwangerschaft, Fehlgeburt, Placenta praevia, vorzeitige Plazentaablösung, Eklampsie, Nabelschnurvorfall, HELLP-Syndrom und Vena-cava-Kompressionssyndrom wurden besprochen und die möglichen sanitätshilflichen Maßnahmen erörtert. Auf die Geburt wurde im speziellen sehr genau eingegangen und die verschiedenen Phasen der Geburt durchgenommen. Detailliert wurde eine Entbindung mit allen nötigen Materialien erklärt und dann am Nachmittag natürlich am Modell geübt.

11.08.06 - Defibrillation mit halbautomatischen Geräten
Als Nachtrag zum gestrigen Tag haben wir nochmals die Neugeborenenreanimation durchgemacht. Anschließend ging es gleich um das Hauptthema des Tages nämlich den halbautomatischen Defi's! Dabei ging es von Gerätearten (von monophasisch bis biphasisch) über Sicherheitsvorkehrungen (auch in Bezug auf Kinder) bis zur Erkennung von EKG-Mustern. Am Nachmittag wurden dann wieder geübt was das das Zeug hält.

14.08.06 - Katastrophen, Großunfälle, Gefahrengutunfälle
Heute ging um Großunfälle und deren Bewältigung. In wieder einmal unübertroffener Methodenvielfalt wurde uns dies vom Vortragenden näher gebracht. Aufbau einer SanHist (Sanitätshilfstelle) mit Einteilung in die den Triageraum, Behandlungsraum, Transportraum, Betreuungsstelle, Material- und Meldestelle waren ein großer Themenbereich an diesem Tag. Weiters lernten wir das Patientenleitsystem kennen und natürlich auch die Durchführungsvorschrift "Grossunfälle" des OÖ Roten Kreuz. Ein weiterer Bereich waren auch die Führungsstrukturen bei Grossunfällen. Tja nun neigt sich der gesamte Kurs langsam dem Ende zu. Nur noch 3 Kurstage sind übrig geblieben. Insgesamt werden wir nach Abschluß des Kurses ca. 180 Std. in den Lehrsälen verbracht haben - was ja nicht ganz wenig ist.

16.08.06 - Stressbewältigung und psychische Betreuung von Patienten / Praktische Übungen ohne Patientenkontakt
Vormittags lernten wir über die verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbilder und was in diesem Zusammenhang bei einem Transport bzw. Gespräch mit einem Patienten zu beachten ist. Ein weiterer Teil am Vormittag was die Stressbewältigung und die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten. Wobei ich dazu sagen muss, dass die gesamte psychiatrische Thematik nur sehr oberflächlich gestreift wurde - was in dieser kurzen Zeit natürlich nicht anders machbar ist. Am Nachmittag war wieder viel Zeit zum Üben. Die eine Hälfte der Kursgruppe übte die traumatologischen Notfälle (mit Vakuummatratze, Schaufeltrage, Helmabnahme, Pfählung etc.). Die andere Hälfte befasste sich mit den verschiedenen Schienungsmöglichkeiten wie Samsplint®, Vakuumschiene etc. und dem Bergetuch.

17.08.06 - Praktische Übungen ohne Patientenkontakt
Wieder ein ganzer Übungstag mit Schwerpunkt Reanimation von Erwachsenen, Kindern, Säuglingen und Neugeborenen. Mit dieser Übungssequenz ging der Vormittag rasch vorüber. Am Nachmittag standen nochmals Übungen zum Thema Beatmung (Beutelbeatmung bis zum Umfallen), Gerätelehre und notärztliche Assistenz am Programm. Somit ist der Kurs auch schon wieder fast vorbei. Morgen ist der letzte Tag und mittlerweile bin ich schon froh, wenn der Lehrgang ein Ende hat (trotz der vielen interessanten Themen).

18.08.06 - Praktische Übungen ohne Patientenkontakt / Prüfungsvorbereitung Zwischenprüfung
Tja nun ist es soweit und der letzte Tag des Kurses ist auch vorbei. An diesem Tag wurde der größte Teil der Zeit für die Durchführung eines Multiple-Choice-Tests und dessen gemeinsame Verbesserung verwendet. In der letzten Stunde wurden dann nochmals die Geräte in den Einzelteilen und deren Besonderheiten wiederholt....und das war's dann auch schon. Somit ist der Lehrgang nun endgültig beendet und die bange Wartezeit auf die Zwischenprüfung am 26.08.06 beginnt. Zwischenzeitlich sollte ich mich auf diese Prüfung auch noch vorbereiten. Mein nächster Eintrag wird ein Bericht über die Zwischenprüfung selbst sein.

26.08.06 - Zwischenprüfung
Heute hat die Zwischenprüfung stattgefunden. Die drei Prüfungsstationen waren: Gerätelehre, Rechtliche Grundlagen, und erweiterte Erste Hilfe. Bei der Prüfung in Gerätelehre wurden das Wissen und der Umgang z.B. mit d. Stollenwerk Fahrtrage, Absauggerät, Ambu, O2 etc. abgefragt. Bei den rechtlichen Grundlagen ging es wie der Namen schon vermuten lässt um die ganzen rechtlichen Fragen wie §8 und §9 San-Gesetz, Transportverweigerung mit Revers etc. In der erweiterten Erste Hilfe gab's Fragen wie was ist bei Verbrennung zu tun oder wie bastle ich aus einem Dreieckstuch ein Armtragetuch, Notfallcheck, Stabile Seitenlage. Die Prüfung der Gruppe hat von 8.20-14.00 gedauert. Und was den Abend ohne Lernen besonders angenehm macht - ich hab alle Station bestanden. Somit kann ich nächste Woche mit dem Praktikum beginnen.

03.12.06 - Praktikum
Ein großer Teil der Ausbildung ist das Praktikum das mindestens 160 Std. umfassen muss (d.h. die Banbreite variiert von 160 Std. bis 200 und mehr Stunde). Meines Wissens nach entscheidet das der Praxisanleiter bzw. die Gruppenführung. In dieser Zeit fährt der Praktikant immer mit einem Praxisanleiter und einem Einsatzfahrer (der natürlich auch fertiger Rettungssanitäter ist).

03.12.06 - Freistellung
Nach Erledigung des Praktikums wird der Praktikant freigestellt d.h. für die komm. Prüfung zugelassen. Die Freistellung besteht aus einem Dienst zusammen mit einem Praxisanleiter. Während der Freistellung fährt man nicht im normalen Dienstrad, sondern bekommt bevorzugt Primärtransporte (d.h. Einsätze). Bei diesen Einsätzen kann/soll der Praktikant zeigen was er/sie kann. Diese Transporte werden auch vom Praxisanleiter beurteilt - und als Endresultat hat man die Freistellung dann entweder bestanden oder man ist durchgefallen. Gestern habe ich eben diese Freistellung gehabt und bestanden. Als nächster Meilenstein erwartet mich die kommissionelle Prüfung.

08.12.06
Tja, nun sind es nur noch wenige Tage (genau gesagt 7 Tage) bis zum Tag X und der komm. Prüfung. Schön langsam stellt sich Nervosität bei mir ein. Die täglichen Lernphasen gehen mir auch langsam ziemlich auf den Geist. An gelegentlich abendliches Fortgehen ist auch z.Zt. nicht mehr zu denken. Ich bin wirklich nur noch froh wenn die ganze Ausbildung abgeschlossen ist. Ich freue mich schon jetzt auf den ersten Abend ohne lernen zu müssen! In 8 Tagen werde ich dann von der Prüfung berichten - ich hoffe nur positives!


© ÖRK / Gert Eggenberger

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